Aue-Geest-Gymnasium Harsefeld
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Frank­reich-Aus­tausch als “éco­ges­te”

Von Solv­eig Malatrait 
Auch in die­sem Jahr führ­te die Aus­tausch­fahrt Schüler:innen des 8. und 9. Jahr­gangs wie­der nach Thou­ar­cé. Mit Unter­stüt­zung des EU-Pro­gramms Eras­mus + stand die Fahrt unter dem Mot­to “Ech­an­ge­ons nos idées pour sau­ver la planè­te”. Die Jugend­li­chen hat­ten nicht nur die Mög­lich­keit, das Gast­land Frank­reich und die fran­zö­si­schen Aus­tausch­part­ner ken­nen­zu­ler­nen. Gemein­sam dach­ten sie über Mög­lich­kei­ten des Umwelt­schut­zes im All­tag und den Erhalt natür­li­cher Res­sour­cen nach —  “un éco­ges­te”, also eine Ges­te für den Umweltschutz.
Die­ses gemein­sa­me Erkun­den der Umwelt­the­ma­tik begann schon am ers­ten Tag des Auf­ent­halts, wo gemein­sam ein deutsch-fran­zö­si­sches Rie­sen­puz­zle zum 20-jäh­ri­gen Bestehen des Aus­tauschs ange­fer­tigt wur­de – aus Recy­cling­ma­te­ri­al und mit viel Kreativität!
Auch an den übri­gen Tagen wur­de das Umwelt­the­ma auf ver­schie­de­ne Arten dekli­niert: auf einer Stadt­er­kun­dung von Chi­non mit Foto­sa­fa­ri, in einem unter­ir­di­schen Tro­glo­dy­ten­dorf und dem uralten Châ­teau de Bré­zé, so dass auch Umwelt­schutz und Kon­sum­ver­hal­ten in der Ver­gan­gen­heit the­ma­ti­siert wur­den, in einem Bio-/Un­ver­packt­la­den, mit der Auf­ga­be, gemein­sam mit der fran­zö­si­schen Fami­lie den eige­nen öko­lo­gi­schen Fuß­ab­druck zu ermit­teln, und mit einem gro­ßen Part­ner-Inter­view, in dem das eige­ne Umwelt­ver­hal­ten reflek­tiert wurde.

Neben die­sem gemein­sa­men Ler­nen für die Umwelt ging es natür­lich auch dar­um, inter­kul­tu­rell zu ler­nen und das Gast­land ken­nen­zu­ler­nen: Die Schüler:innen konn­ten in den Fami­li­en die Unter­schie­de in Ess­ge­wohn­hei­ten (z.B. zwi­schen einem deut­schen und einem fran­zö­si­schen Früh­stück), im Tages­ab­lauf (die scho­ckie­ren­de Län­ge der fran­zö­si­schen Schul­ta­ge, die Kan­ti­ne) und in sol­chen Ges­ten wie der Begrü­ßung mit “bises” (Küss­chen auf die Wan­gen) erfah­ren. Ein biss­chen Heim­weh gab es anfangs, doch spä­tes­tens beim gemein­sa­men Fest zum 20jährigen Jubi­lä­um des Aus­tau­sches, bei dem die Gast­el­tern ein rie­si­ges Buf­fet auf­fuh­ren, die deut­sche Grup­pe den Rap “Bar­ba­ras Rha­bar­ber­bar” per­form­te und gemein­sam die Che­Che-Syn­ch­ro getanzt wur­de, ver­gin­gen die Berührungsängste.
Ganz natür­lich, fast neben­bei, ver­bes­ser­ten die Harsefelder:innen bei all die­sen Akti­vi­tä­ten auch ihre Sprach­kom­pe­tenz. Dabei erwei­ter­ten sie ihren Wort­schatz nicht nur um öko­lo­gi­sches Voka­bu­lar. Im “Col­lé­ge Les Fon­tai­nes” nah­men die Schüler:innen am Unter­richt teil und wur­den zwei­mal für den schul­ei­ge­nen Pod­cast zum Aus­tausch befragt – am Anfang ant­wor­te­ten sie noch zöger­lich, am Ende schon viel selbst­be­wuss­ter und flie­ßen­der. Und ein “pain au cho­co­lat” in einer ech­ten “bou­lan­ge­rie” kau­fen jetzt alle ohne zu zögern!
Am Ende beherrsch­ten eini­ge der Schü­le­rIn­nen die regio­na­le Vari­an­te des “petan­que”, die “boule de fort”, schon fast wie Profis.
Dank der fröh­li­chen Atmo­sphä­re war eigent­lich jeder Tag ein High­light; aber ganz beson­ders gilt dies sicher für den Aus­flug ins Futu­r­o­scope, zu dem die fran­zö­si­schen Schüler:innen ihre deut­schen Aus­tausch­part­ner ein­ge­la­den haben.
Auf der Rück­fahrt – lei­der also ohne unse­re Aus­tausch­part­ner – haben wir einen Halt in Paris ein­ge­legt, ein Muss, wenn man Frank­reich ken­nen­ler­nen will.
Für Lau­ra Haar­haus aus der 8 F1 war die­ser Abste­cher ein Höhe­punkt. Hier kommt ihr Bericht:
“An unse­rem Tag in Paris haben wir als Ers­tes den „tour Eif­fel” besucht und konn­ten von der 2. Eta­ge aus die Aus­sicht über Paris genie­ßen, danach ging es wei­ter zum Arc de Triom­phe, die­ser war sehr beein­dru­ckend und auch sehr groß. Dann sind wir durch die Champs Ély­sées gelau­fen, wo wir vie­le teu­re Luxus­lä­den bestau­nen konn­ten. Wei­ter ging es zum Place de la Con­cor­de Rich­tung Lou­vre. Als wir beim Lou­vre ange­kom­men waren, spie­gel­te sich die Son­ne im Glas, wodurch es noch atem­be­rau­ben­der aus­sah. Zum Schluss gin­gen wir noch zur Not­re Dame, bei der wir ihren Glo­cken lau­schen konn­ten. Im Anschluss ging es in die Metro, wo wir mit einem Stra­ßen­mu­si­ker „Aux Champs-Ély­sées” und ande­re Lie­der gesun­gen haben.
Ich fand, es war ein sehr ereig­nis­rei­cher und unver­gess­li­cher Tag, an dem wir Paris bestau­nen konn­ten und vie­le neue Ein­drü­cke gesam­melt haben.”
Thou­ar­cé und Har­se­feld sind in vie­ler Hin­sicht ver­gleich­bar: Es han­delt sich jeweils um Schu­len im länd­li­chen Raum, mit vie­len Schüler:innen, die per Bus zur Schu­le kom­men und die ihr Zuhau­se schät­zen. Aus der Part­ner­schaft ist in zwan­zig Jah­ren Aus­tausch eine enge Freund­schaft gewor­den. Wir sind so nett emp­fan­gen wor­den, haben so vie­le Din­ge gelernt, so viel Lecke­res pro­biert – wir kön­nen nur „Dan­ke“ sagen und unse­rer­seits alles tun, dass es den fran­zö­si­schen Schü­le­rIn­nen bei uns genau­so geht!
Und weil es so schön war, ließ auch der Gegen­be­such nicht lan­ge auf sich war­ten: Vom 5. bis zum 12.3.26 besuch­ten die Fran­zo­sen das AGG. Das Pro­gramm war viel­fäl­tig. So haben die Besu­cher nicht nur den Unter­richt besucht, son­dern es gab einen gemein­sa­men Film­abend und es wur­de geboß­elt. Zudem besuch­ten alle das Minia­tur­wun­der­land in Ham­burg und fei­er­ten am letz­ten Abend eine rich­ti­ge Par­ty im Jugend­zen­trum – natür­lich mit der CheCheSyncro.
Am Bahn­steig beim Abschied flos­sen Trä­nen, ein Zei­chen dafür, wie gut der Aus­tausch allen gefal­len hat.
Fotos:
S. Malat­rait
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