Aue-Geest-Gymnasium Harsefeld
Brakenweg 2, 21698 Harsefeld
04164-859950

Job Shadowing in Alme­ría: Ler­nen über Gren­zen hinweg

Von Chris­ti­na Grei­er und Rebec­ca Knüver 
Im Rah­men unse­res Erasmus+-Programms hat­ten wir vom 13. bis 16. April 2026 die Gele­gen­heit, ein Job Shadowing an der Part­ner­schu­le Cole­gio Divina Infan­ti­ta de Alme­ría in Alme­ría, Spa­ni­en, zu absol­vie­ren. Die Hos­pi­ta­ti­on bot wert­vol­le Ein­bli­cke in den spa­ni­schen Schul­all­tag, Unter­richts­kon­zep­te sowie die kul­tu­rel­len Beson­der­hei­ten der Regi­on Andalusien.
Wäh­rend unse­res Auf­ent­halts beglei­te­ten wir ver­schie­de­ne Unter­richts­stun­den und konn­ten beob­ach­ten, wie Eras­mus+ aktiv in das Schul­le­ben inte­griert wird. Beson­ders beein­dru­ckend war die Viel­zahl an Pro­jek­ten, die fach­li­ches Ler­nen mit der För­de­rung inter­kul­tu­rel­ler Kom­pe­ten­zen ver­bin­den. Im Ver­gleich zu unse­rem Schul­sys­tem fie­len uns unter ande­rem die ver­brei­te­te Schul­klei­dung sowie ein stär­ker fron­tal gepräg­ter Unter­richt auf. Gleich­zei­tig wur­de deut­lich, wie bewusst die außer­schu­li­sche Umge­bung in Lern­pro­zes­se ein­ge­bun­den wird, um authen­ti­sche und lebens­na­he Lern­ge­le­gen­hei­ten zu schaffen.
Ein beson­de­res Merk­mal der Schu­le ist die jähr­li­che Arbeit unter einem gemein­sa­men Leit­the­ma. Das dies­jäh­ri­ge Mot­to „Sue­ña“ („Träu­me“) präg­te sicht­bar den gesam­ten Schul­all­tag – sowohl im Unter­richt als auch in zahl­rei­chen Pro­jek­ten und krea­ti­ven Dar­stel­lun­gen inner­halb des Schul­ge­bäu­des. Dadurch ent­stand eine gemein­sa­me Iden­ti­tät, die Ler­nen und Gemein­schaft auf beson­de­re Wei­se mit­ein­an­der verbindet.
Ein High­light unse­res Auf­ent­halts war eine von Schü­le­rin­nen und Schü­lern orga­ni­sier­te Stadt­füh­rung durch Alme­ría. Ler­nen­de eines Eng­lisch­kur­ses prä­sen­tier­ten an ver­schie­de­nen Sta­tio­nen Sehens­wür­dig­kei­ten der Stadt in eng­li­scher Spra­che und ermög­lich­ten so eine ein­drucks­vol­le, pra­xis­ori­en­tier­te Form des Fremd­spra­chen­ler­nens. Das Pro­jekt zeig­te anschau­lich, wie Unter­richt außer­halb des Klas­sen­zim­mers leben­dig gestal­tet wer­den kann.
Neben den schu­li­schen Ein­bli­cken lern­ten wir auch die kul­tu­rel­le Viel­falt Anda­lu­si­ens ken­nen. Ein Aus­flug nach Gra­na­da führ­te uns zur impo­san­ten Alham­bra, deren Archi­tek­tur und Geschich­te die Ein­flüs­se mau­ri­scher und christ­li­cher Kul­tur ein­drucks­voll sicht­bar machen. Das Zusam­men­wir­ken ver­schie­de­ner kul­tu­rel­ler Tra­di­tio­nen wur­de hier eben­so greif­bar wie im Stadt­bild Alme­rí­as selbst.
Auch die land­schaft­li­chen Beson­der­hei­ten der Regi­on hin­ter­lie­ßen einen blei­ben­den Ein­druck: Die außer­ge­wöhn­li­che Kom­bi­na­ti­on aus Wüs­te, Meer und schnee­be­deck­ten Ber­gen prägt das Leben vor Ort auf beson­de­re Wei­se. Span­nend war ins­be­son­de­re die Fra­ge, wie die­se natür­li­chen Gege­ben­hei­ten für die Land­wirt­schaft genutzt wer­den und wel­che Bedeu­tung sie für den All­tag der Men­schen besitzen.
Der Aus­tausch wur­de weni­ge Wochen spä­ter fort­ge­setzt: Vom 26. bis 30. April 2026 durf­ten wir zwei Kol­le­gin­nen der Cole­gio Divina Infan­ti­ta de Alme­ría an unse­rer Schu­le begrü­ßen. Wäh­rend ihres Auf­ent­halts hos­pi­tier­ten sie in ver­schie­de­nen Jahr­gangs­stu­fen und Unter­richts­fä­chern und erhiel­ten durch einen Schul­rund­gang mit Schü­le­rin­nen und Schü­lern des 11. Jahr­gangs viel­sei­ti­ge Ein­bli­cke in unser Schul­le­ben. Auch Arbeits­ge­mein­schaf­ten und schu­li­sche Pro­jek­te wur­den vor­ge­stellt, um einen umfas­sen­den Ein­druck unse­res päd­ago­gi­schen All­tags zu vermitteln.
Neben den Hos­pi­ta­tio­nen stand das Ken­nen­ler­nen des schu­li­schen Umfelds im Mit­tel­punkt. Unse­re Schul­pas­to­rin ermög­lich­te eine Kir­chen­be­sich­ti­gung und bot Ein­bli­cke in die regio­na­le Kul­tur. Dar­über hin­aus besuch­ten wir einen Obst­hof, um Gemein­sam­kei­ten und Unter­schie­de in der land­wirt­schaft­li­chen Nut­zung sowie deren Bedeu­tung für die jewei­li­ge Regi­on zu thematisieren.
Natür­lich durf­te auch eine gemein­sa­me Erkun­dung Ham­burgs nicht feh­len. Die Gäs­te lern­ten zahl­rei­che Sehens­wür­dig­kei­ten der Stadt ken­nen – ein beson­de­res High­light war der Besuch eines Kon­zerts in der Elbphilharmonie.
Das Erasmus+-Job Shadowing hat gezeigt, wie berei­chernd euro­päi­sche Zusam­men­ar­beit sein kann: Der Aus­tausch bot neue Per­spek­ti­ven auf Unter­richt und Schul­or­ga­ni­sa­ti­on, stärk­te inter­kul­tu­rel­le Kom­pe­ten­zen und eröff­ne­te Mög­lich­kei­ten für eine wei­te­re Zusam­men­ar­beit zwi­schen unse­ren Schulen.

 

Fotos: C. Greier