Job Shadowing in Almería: Lernen über Grenzen hinweg
Von Christina Greier und Rebecca Knüver
Im Rahmen unseres Erasmus+-Programms hatten wir vom 13. bis 16. April 2026 die Gelegenheit, ein Job Shadowing an der Partnerschule Colegio Divina Infantita de Almería in Almería, Spanien, zu absolvieren. Die Hospitation bot wertvolle Einblicke in den spanischen Schulalltag, Unterrichtskonzepte sowie die kulturellen Besonderheiten der Region Andalusien.
Während unseres Aufenthalts begleiteten wir verschiedene Unterrichtsstunden und konnten beobachten, wie Erasmus+ aktiv in das Schulleben integriert wird. Besonders beeindruckend war die Vielzahl an Projekten, die fachliches Lernen mit der Förderung interkultureller Kompetenzen verbinden. Im Vergleich zu unserem Schulsystem fielen uns unter anderem die verbreitete Schulkleidung sowie ein stärker frontal geprägter Unterricht auf. Gleichzeitig wurde deutlich, wie bewusst die außerschulische Umgebung in Lernprozesse eingebunden wird, um authentische und lebensnahe Lerngelegenheiten zu schaffen.
Ein besonderes Merkmal der Schule ist die jährliche Arbeit unter einem gemeinsamen Leitthema. Das diesjährige Motto „Sueña“ („Träume“) prägte sichtbar den gesamten Schulalltag – sowohl im Unterricht als auch in zahlreichen Projekten und kreativen Darstellungen innerhalb des Schulgebäudes. Dadurch entstand eine gemeinsame Identität, die Lernen und Gemeinschaft auf besondere Weise miteinander verbindet.
Ein Highlight unseres Aufenthalts war eine von Schülerinnen und Schülern organisierte Stadtführung durch Almería. Lernende eines Englischkurses präsentierten an verschiedenen Stationen Sehenswürdigkeiten der Stadt in englischer Sprache und ermöglichten so eine eindrucksvolle, praxisorientierte Form des Fremdsprachenlernens. Das Projekt zeigte anschaulich, wie Unterricht außerhalb des Klassenzimmers lebendig gestaltet werden kann.

Neben den schulischen Einblicken lernten wir auch die kulturelle Vielfalt Andalusiens kennen. Ein Ausflug nach Granada führte uns zur imposanten Alhambra, deren Architektur und Geschichte die Einflüsse maurischer und christlicher Kultur eindrucksvoll sichtbar machen. Das Zusammenwirken verschiedener kultureller Traditionen wurde hier ebenso greifbar wie im Stadtbild Almerías selbst.
Auch die landschaftlichen Besonderheiten der Region hinterließen einen bleibenden Eindruck: Die außergewöhnliche Kombination aus Wüste, Meer und schneebedeckten Bergen prägt das Leben vor Ort auf besondere Weise. Spannend war insbesondere die Frage, wie diese natürlichen Gegebenheiten für die Landwirtschaft genutzt werden und welche Bedeutung sie für den Alltag der Menschen besitzen.
Der Austausch wurde wenige Wochen später fortgesetzt: Vom 26. bis 30. April 2026 durften wir zwei Kolleginnen der Colegio Divina Infantita de Almería an unserer Schule begrüßen. Während ihres Aufenthalts hospitierten sie in verschiedenen Jahrgangsstufen und Unterrichtsfächern und erhielten durch einen Schulrundgang mit Schülerinnen und Schülern des 11. Jahrgangs vielseitige Einblicke in unser Schulleben. Auch Arbeitsgemeinschaften und schulische Projekte wurden vorgestellt, um einen umfassenden Eindruck unseres pädagogischen Alltags zu vermitteln.
Neben den Hospitationen stand das Kennenlernen des schulischen Umfelds im Mittelpunkt. Unsere Schulpastorin ermöglichte eine Kirchenbesichtigung und bot Einblicke in die regionale Kultur. Darüber hinaus besuchten wir einen Obsthof, um Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der landwirtschaftlichen Nutzung sowie deren Bedeutung für die jeweilige Region zu thematisieren.
Natürlich durfte auch eine gemeinsame Erkundung Hamburgs nicht fehlen. Die Gäste lernten zahlreiche Sehenswürdigkeiten der Stadt kennen – ein besonderes Highlight war der Besuch eines Konzerts in der Elbphilharmonie.
Das Erasmus+-Job Shadowing hat gezeigt, wie bereichernd europäische Zusammenarbeit sein kann: Der Austausch bot neue Perspektiven auf Unterricht und Schulorganisation, stärkte interkulturelle Kompetenzen und eröffnete Möglichkeiten für eine weitere Zusammenarbeit zwischen unseren Schulen.
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Fotos: C. Greier