Aue-Geest-Gymnasium Harsefeld
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Ver­lei­hung des Freu­den­thal-Prei­ses an Bir­git Lemmermann

Died­rich Hinrichs

„De Freu­den­thal-Pries 2020 geiht an Bir­git Lem­mer­mann. De School­mes­tersch, Free­tiet-Goor­nersch un platt­düüt­sche Gedan­ken­künst­le­rin ut Ohlers kriggt den Pries för ehre kot­ten Ver­tell­stü­cken „Ach­ter­dags. Negen lüt­te Scher­gen”, so berich­te­ten wir an die­ser Stel­le im Juni des ver­gan­ge­nen Jah­res: Doch erst jetzt konn­te die Preis­trä­ge­rin – aus bekann­ten Grün­den – den renom­mier­ten nie­der­deut­schen Lite­ra­tur­preis am ver­gan­ge­nen Wochen­en­de (25.09.2021) im Rat­haus von Bad Fal­ling­bos­tel per­sön­lich entgegennehmen.

Eine fünf­köp­fi­gen Fach­ju­ry der Freu­den­thal-Gesell­schaft e.V. (Sol­tau), die die­sen Lite­ra­tur­preis seit 1956 all­jähr­lich aus­lobt und ver­leiht, hat­te im ver­gan­ge­nen Jahr unse­rer seit 2017 die Fächer Kunst und Sport am Aue-Geest-Gym­na­si­um unter­rich­ten­den Kol­le­gin den mit einem ansehn­li­chen Preis­geld dotier­te Freu­den­thal-Preis im letz­ten Jahr bereits ein zwei­tes Mal zuge­spro­chen. Auf des­sen Über­rei­chung muss­te Bir­gitt Lem­mer­mann jedoch mehr als ein Jahr lang war­ten, weil der Trä­ger und Stif­ter die öffent­li­che Ver­lei­hungs­ver­an­stal­tung wegen ent­spre­chen­der Coro­na-Auf­la­gen ver­schie­ben musste.

Nun­mehr konn­te die­se am Sams­tag letz­ter Woche in Bad Fal­ling­bos­tel nach­ge­holt wer­den: Karin Tho­rey, Bür­ger­meis­te­rin des Luft­kur­or­tes im Hei­de­kreis, gra­tu­lier­te der Preis­trä­ge­rin herz­lich und hob in ihrer Lau­da­tio deren Bedeu­tung und Rang als nie­der­deut­sche Autorin her­vor: Dank der kunst­voll durch­kom­po­nier­ten Spra­che kön­ne man in Lem­mer­manns Kurz­pro­sa­stü­cken „Ach­ter­dags“ sehen, „wat enen denkt“. Mit ihrem Werk habe Bir­git Lem­mer­mann der platt­deut­schen Lite­ra­tur­sze­ne wich­ti­ge Impul­se gege­ben und für sich eine gro­ße Leser­schaft gewonnen.

Hin­ter­grund

Bereits seit 1956 wird der mit jetzt 2.500 Euro dotier­te Freu­den­thal-Preis für neue nie­der­deut­sche Lite­ra­tur (Poe­sie und Pro­sa) aus­ge­schrie­ben. Außer­dem wird eine Freu­den­thal-Aner­ken­nung mit einem Preis­geld von 500 Euro ver­ge­ben. Der Preis ist die ältes­te kon­ti­nu­ier­lich ver­lie­he­ne Aus­zeich­nung für nie­der­deut­sche Lite­ra­tur. Ziel des Lite­ra­tur­wett­be­wer­bes ist die För­de­rung nie­der­deut­schen Schrift­gu­tes (Pfle­ge und Erhal­tung der platt­deut­schen Spra­che und des in ihr ent­hal­te­nen Hei­mat­kul­tur­gu­tes). Die Freu­den­thal-Gesell­schaft e.V. wur­de 1946/1948 zur Pfle­ge des Wer­kes der Freu­den­thal-Brü­der Fried­rich (1849–1929) und August (1851–1898) gegründet.

Foto: Moni­ka Becker