Erinnerungen zurückgeben und Gedenken ermöglichen
Von Imke Bartels
Seit einigen Tagen steht ein ganz besonderer Container auf dem Schulhof des AGG. Noch bis zum 11. März macht die Ausstellung “stolen memory” der Arolsen Archives Station an unserer Schule. Sie informiert über den systematischen Raub persönlicher (Wert-) Gegenstände durch die Nazis von KZ-Häftlingen mit dem Ziel, die geraubten Uhren, Ringe, Fotos und andere persönliche Gegenstände den Opferfamilien zurückzugeben.
Damit unterscheidet sich das Konzept fundamental von klassischen Ausstellungen, die Gegenstände aus ihrem Besitz der Öffentlichkeit zugänglich machen. Die Zielsetzung beschrieb Dr. Ramona Bräu-Hergert, Historikerin bei den Arolsen Archives, in ihrem Eröffnungsvortrag am 26.2. im Forum des AGG so: “Die Ausstellung zeigt das, was wir loswerden wollen”.
Das bedeutet konkret, dass „stolen memory“ die Gegenstände nicht dauerhaft im Archiv bewahren möchte, sondern diese möglichst als Teil einer späten symbolischen Gerechtigkeit zurückgegeben werden. Das Projekt verbindet damit historische Aufklärung mit einer aktiven, gegenwartsbezogenen Erinnerungs- und Gedenkkultur. Neben der Aufbewahrung der geraubten Gegenstände suchen die Arolsen Archives nämlich nach Angehörigen ehemaliger KZ-Häftlinge bzw. unterstützen bei der Erforschung der Familiengeschichte. Allein im Jahr 2025 bearbeitete das Archiv rund 32 000 Suchanfragen von Opferfamilien aus der ganzen Welt. Bräu-Hergert erklärt diese hohe Nachfrage mit der Suche der Enkel und Urenkel der NS-Opfer nach ihren familiären Wurzeln und damit der eigenen Identität.
Die Ausstellung wurde von der Fachschaft Geschichte, Leitung Dr. Sophia Großkopf, organisiert und wird u. a. unterstützt durch die Volkshochschule Buxtehude und die Selma-Lagerlöf-Oberschule.
Foto: I. Bartels