Aue-Geest-Gymnasium Harsefeld
Brakenweg 2, 21698 Harsefeld
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Eine Woche nach dem Aus­tritt von Brom im Che­mie­raum ist die Nor­ma­li­tät in unse­ren Schul­all­tag zurück­ge­kehrt. Nach dem ver­ständ­li­chen ers­ten Schock und den auch in der Öffent­lich­keit geäu­ßer­ten Befürch­tun­gen und Spe­ku­la­tio­nen hat sich glück­li­cher­wei­se her­aus­ge­stellt, dass die direkt vom Unfall betrof­fe­nen Schü­le­rin­nen und Schü­ler sowie Lehr­kräf­te wie­der wohl­auf sind und schon seit Mon­tag die­ser Woche in vol­lem Umfang am Unter­richt teil­neh­men kön­nen.

Es kann also ein vor­läu­fi­ges Fazit gezo­gen wer­den:

  1. Durch umsich­ti­ges Ver­hal­ten der unter­rich­ten­den Che­mie­lehr­kräf­te unmit­tel­bar nach dem Unfall wur­de sicher­ge­stellt, dass die direkt betrof­fe­nen Schü­ler und auch die Schü­ler in den benach­bar­ten Fach­räu­men schnellst­mög­lich die Gefah­ren­zo­ne des natur­wis­sen­schaft­li­chen Trak­tes ver­las­sen konn­ten. Die bei eini­gen Schü­lern der Klas­se 9L und beim hier unter­rich­ten­den Leh­rer auf­ge­tre­te­nen leich­ten Ver­let­zun­gen bedau­ern wir sehr, sie waren jedoch nach Lage der Din­ge wohl nicht ver­meid­bar.
     
  2. Die Eva­ku­ie­rung des Gebäu­des ver­lief zügig und sorg­te dafür, dass die Schü­ler, die sich in den ande­ren Trak­ten auf­hiel­ten, das Gebäu­de recht­zei­tig ver­las­sen konn­ten und kei­nen schäd­li­chen Dämp­fen aus­ge­setzt wur­den.
     
  3. Die Alar­mie­rung der Ein­satz­kräf­te sorg­te für die schnellst­mög­li­che medi­zi­ni­sche Betreu­ung der leicht ver­letz­ten Per­so­nen und setz­te einen Groß­ein­satz in Gang, der nach Aus­sa­ge von Herrn Hase, dem Lei­ter des Umwelt­zu­ges, vor­bild­lich ver­lief.
     
  4. Die Nach­be­trach­tung ergibt, dass Schul­lei­tung und Ein­satz­kräf­te adäquat auf den Unfall reagier­ten und so grö­ße­rer Scha­den abge­wen­det wer­den konn­te. Die geplan­te schul­in­ter­ne Auf­ar­bei­tung der Vor­gän­ge wird zei­gen, ob und an wel­cher Stel­le eine Opti­mie­rung der Abläu­fe bei künf­ti­gen Gefah­ren­si­tua­tio­nen mög­lich ist.
     
  5. Der Che­mie­raum, des­sen Raum­luft eben­so wie die aller ande­ren Gebäu­de­tei­le kein Brom ent­hält, wird in den nächs­ten Tagen saniert und soll nach den Herbst­fe­ri­en wie­der für den Unter­richt genutzt wer­den kön­nen.
     
  6. Alle Sach­schä­den, die den Schü­lern der 9L bzw. deren Eltern ent­stan­den sind, soll­ten noch vor den Herbst­fe­ri­en der Schu­le gemel­det wer­den, damit die Scha­dens­re­gu­lie­rung bald­mög­lichst in die Wege gelei­tet wer­den kann.
     

Brom ist ein Stoff, der an allen Gym­na­si­en nach den gel­ten­den Richt­li­ni­en für den Che­mie­un­ter­richt und für das Zen­tral­ab­itur benö­tigt wird. Natür­lich ist der Unfall vom 20. Sep­tem­ber für uns Anlass, das Sicher­heits­kon­zept zu über­prü­fen und sinn­vol­le Nach­steue­run­gen auch im Hin­blick auf ande­re mög­li­che Gefah­ren­si­tua­tio­nen vor­zu­neh­men.
 

Die Schul­lei­tung

 

Stel­lung­nah­me zur Bericht­erstat­tung des WOCHENBLATTES zum Che­mie­un­fall am Aue-Geest-Gym­na­si­um Har­s­e­feld am 20.09.2013

Der Vor­stand des Schul­el­tern­ra­tes, der Schü­ler­spre­cher sowie die Eltern­ver­tre­ter und die Klas­sen­spre­cher der betrof­fe­nen Klas­se 9 L möch­ten, dem Wunsch eines Groß­teils der Eltern- und Schü­ler­schaft ent­spre­chend, zur Bericht­erstat­tung des WOCHENBLATTES wie folgt Stel­lung neh­men:

1 — Wir kri­ti­sie­ren die Bericht­erstat­tung des WOCHENBLATTES zum Che­mie­un­fall an unse­rer Schu­le. Dies betrifft ins­be­son­de­re die stän­dig ver­än­der­ten und mit vie­len Unwahr­hei­ten ver­se­he­nen Online-Berich­te unmit­tel­bar nach dem Unfall, als auch die wei­te­ren im Wochen­blatt ver­öf­fent­lich­ten Arti­kel und der Kom­men­tar des zustän­di­gen Redak­teurs. Inhalt und Stil der Arti­kel las­sen uns man­gel­haf­te Recher­che und über­has­te­te Bericht­erstat­tung ver­mu­ten. Die Bei­trä­ge dien­ten nicht der sach­li­chen Infor­ma­ti­on son­dern wur­den von einer Viel­zahl der Schü­le­rin­nen und Schü­ler sowie deren Eltern als ver­un­si­chernd, unse­ri­ös und rei­ße­risch emp­fun­den.

2 — Wir möch­ten aus­drück­lich beto­nen, dass wir die Reak­ti­on des Fach­leh­rers und der wei­te­ren betei­lig­ten Lehr­kräf­te sowie der Schul­lei­tung nach dem Unfall als der Situa­ti­on ange­mes­sen erach­ten. Der Vor­fall und sei­ne Fol­gen wer­den inner­halb der schu­li­schen Gre­mi­en, bei der Schul­lei­tung und den für die Sicher­heit Ver­ant­wort­li­chen eva­lu­iert wer­den, um auf zukünf­ti­ge ähn­li­che Not­fäl­le noch bes­ser vor­be­rei­tet zu sein. Zunächst ein­mal sind wir in die­sem Zusam­men­hang froh und dank­bar, dass der Unfall ohne schwer­wie­gen­de Fol­gen für die Betei­lig­ten abge­lau­fen ist.

3 — Wir wei­sen die in den Arti­keln geäu­ßer­te Kri­tik an der Schu­le ent­schie­den zurück. Wir emp­fin­den die Bewer­tung des Kri­sen­ma­nage­ments und der Infor­ma­ti­ons­po­li­tik der Schul­lei­tung als völ­lig unan­ge­mes­sen und in kei­ner Wei­se nach­voll­zieh­bar. Die am Unfall­tag ergrif­fe­nen Maß­nah­men, die wie­der­holt aktua­li­sier­ten Mit­tei­lun­gen der Schul­lei­tung auf der Home­page, den zeit­na­hen Eltern­abend der betrof­fe­nen Klas­se, den Infor­ma­ti­ons­aus­tausch auf der Schul­el­tern­rats­sit­zung sowie den Eltern­brief vom 26.09.2013 bewer­ten wir als adäquat, posi­tiv und kon­struk­tiv.

Nach ein­ge­hen­der Bera­tung haben wir uns ent­schlos­sen, die­sen Weg der Infor­ma­ti­on zu wäh­len und kei­nen Leser­brief o. Ä. an die Redak­ti­on des WOCHENBLATTES zu schrei­ben, um die unsach­li­che öffent­li­che Dis­kus­si­on nicht noch wei­ter anzu­fa­chen. Etli­che Mit­glie­der der Schul­el­tern­schaft haben jedoch bereits als Kon­se­quenz von der Mög­lich­keit der Abbe­stel­lung des WOCHENBLATTES Gebrauch gemacht.

gez. Kor­du­la Schä­fer
(SER-Vor­sit­zen­de)

02. Okto­ber 2013