Aue-Geest-Gymnasium Harsefeld
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Schlaf­los in Har­s­e­feld — Das “MIG-Plan­spiel”

Von Died­rich Hin­richs
 
Dass der Auf­bau und die Ent­wick­lung eines Unter­neh­mens sowie die in die­sem Zusam­men­hang zu tref­fen­den Ent­schei­dun­gen nicht nur Aus­wir­kun­gen auf eine Volks­wirt­schaft, son­dern durch­aus auch unmit­tel­bar auf die jewei­li­gen Ent­schei­dungs­trä­ger selbst haben kön­nen, erfuh­ren die Schüler/innen der Klas­se 10 L in der ver­gan­ge­nen Woche bei der vier­ten Auf­la­ge des Plan­spiels „Manage­ment Infor­ma­ti­on Game“ (MIG): Teil­wei­se unter sträf­li­cher Miss­ach­tung ihrer gewohn­ten Schlaf- und Rege­ne­ra­ti­ons­zei­ten ent­wi­ckel­ten sie in drei mit­ein­an­der kon­kur­rie­ren­den Unter­neh­men ein „Damen­hand­ta­schen-Dieb­stahl­schutz­ge­rät“ und stell­ten die­ses Pro­dukt samt Mar­ke­ting-Kon­zept am Don­ners­tag­abend (31.03.2011) im Rah­men einer Prä­sen­ta­ti­on vor gela­de­nen Gäs­ten aus der hei­mi­schen Wirt­schaft und Ver­wal­tung vor. 

Das „Manage­ment Infor­ma­ti­on Game“, des­sen Trä­ger und Ver­an­stal­ter das Bil­dungs­werk der Nie­der­säch­si­schen Wirt­schaft (BNW) ist und das von regio­na­len Wirt­schafts­un­ter­neh­men unter­stützt wird, fand für die Schü­le­rin­nen und Schü­ler der 10. Klas­se am Gym­na­si­um Har­s­e­feld bereits zum vier­ten Male statt. So gab denn auch Schul­lei­ter OStD Johann Book in sei­ner Gruß­an­spra­che zu Beginn der Prä­sen­ta­ti­ons­ver­an­stal­tung, für die die Steu­er­be­ra­tung Ludig­keit + Säland die Räum­lich­kei­ten an die­sem Abend zur Ver­fü­gung gestellt hat­te, sei­ner Hoff­nung Aus­druck, dass die­ses ein­wö­chi­ge Semi­nar wei­te­re Neu­auf­la­gen erle­ben und tra­di­ti­ons­bil­dend für die Schu­le wir­ken möge. Nach sei­ner Auf­fas­sung gelin­ge es mit der­ar­ti­gen Ver­an­stal­tun­gen, „die Kluft zwi­schen der Schu­le und den Unter­neh­men zu schlie­ßen, indem schu­li­sche und betrieb­li­che Aus­bil­dung sich annä­hern“. Sein beson­de­rer Dank galt allen Betei­lig­ten und den Spon­so­ren aus der hei­mi­schen Wirt­schaft, den Tuto­ren der Infor­ma­ti­ons­blö­cke, der betreu­en­den Lehr­kraft, Herrn S. Etzel, dem Semi­nar­lei­ter des BNW, Herrn A. Mät­zold, ins­be­son­de­re aber der Vieh­brock­haus AG, deren Geschäfts­füh­rung an den ande­ren Wochen­ta­gen ihre Semi­nar­räu­me zur Ver­fü­gung gestellt hat­te und für das viel gelob­te Cate­ring ver­ant­wort­lich zeich­ne­te.

Im Anschluss dar­an lei­te­te Herr Mät­zold auf die zu erwar­ten­den Prä­sen­ta­tio­nen der drei Nach­wuchs­un­ter­neh­men (BAGSAVE AG, STAR AG und INTEC AG) über und resü­mier­te vor den zahl­rei­chen Anwe­sen­den kurz die von ihm als „span­nend“ bezeich­ne­ten Abläu­fe im unter­neh­me­ri­schen Han­deln der jun­gen Har­s­e­fel­der Entre­pre­neu­re, wie er sie im Lau­fe der Woche habe erle­ben dür­fen: Die­se sei­en gleich­wohl als pro­fes­sio­nell und — in Anspie­lung auf eine „frist­lo­se Kün­di­gung ohne Abfin­dung“ — auch als eher unor­tho­dox zu bezeich­nen gewe­sen. Letzt­lich aber sei­en für die Teilnehmer/innen neben dem Erkennt­nis­ge­winn im Hin­blick auf wirt­schaft­li­che Zusam­men­hän­ge die von ihnen gemach­ten Erfah­run­gen eines sech­zehn­stün­di­gen Arbeits­ta­ges, von Stress und Schlaf­de­fi­zit oder das Aus­hal­ten von Unver­träg­lich­kei­ten „eben­so wich­tig wie die Erstel­lung einer Gewinn- und Ver­lust­rech­nung“.

Die Har­s­e­fel­der Gym­na­si­as­tin­nen und Gym­na­si­as­ten der Klas­se 10 L wuss­ten nur zu gut, wor­auf ihr „MIG-Spiel­lei­ter“ Bezug nahm, hat­ten eini­ge doch die ein oder ande­re Nacht mit nur wenig Schlaf zuge­bracht. „An viel Schlaf war nicht zu den­ken“, äußer­te sich die Vor­stands­vor­sit­zen­de der „STAR AG“ und hat­te bei der im Anschluss an die Prä­sen­ta­tio­nen statt­fin­den­de zwang­lo­se Gesprächs­run­de zu all­ge­mei­nen Berufs- und Wirt­schafts­fra­gen wohl auch schon die am nächs­ten Tag statt­fin­den­de Haupt­ver­samm­lung im Sinn. Auf die­ser galt es, den Aktio­nä­ren ihres Unter­neh­mens einen Rechen­schafts­be­richt vor­zu­le­gen und für das abge­lau­fe­ne Geschäfts­jahr ent­las­tet zu wer­den.