Aue-Geest-Gymnasium Harsefeld
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Men­schen an unse­rer Schu­le: “Der letz­te Mann der ers­ten Stunde”

Died­rich Hinrichs

In dem run­den Leder zuge­neig­ten Krei­sen gilt als „letz­ter Mann“ der­je­ni­ge Feld­spie­ler, wel­cher der Tor­li­nie am nächs­ten steht und bei gro­bem Foul­spiel umge­hend vom Schieds­rich­ter des Fel­des ver­wie­sen wird. Einen Platz­ver­weis der etwas ande­ren Art erhielt „der letz­te Mann der ers­ten Stun­de“ des Aue-Geest-Gym­na­si­ums Har­se­feld, Ober­stu­di­en­rat Uwe Scze­po­nik, der nach mehr als acht­zehn­jäh­ri­gem päd­ago­gi­schen Wir­ken an unse­rer Schu­le auf der gest­ri­gen Dienst­be­spre­chung (25.01.2023) von StD Chris­ti­an Son­dern offi­zi­ell in den wohl­ver­dien­ten Ruhe­stand ver­ab­schie­det wurde.

Uwe Scze­po­nik ist einer der­je­ni­gen Lehr­kräf­te, die für das bzw. am Gym­na­si­um Har­se­feld — seit dem Schul­jahr 2012/13 dann Aue-Geest-Gym­na­si­um Har­se­feld — von Beginn an tätig gewe­sen sind: zunächst in einer von der Bezirks­re­gie­rung Lüne­burg benann­ten acht­köp­fi­gen Pla­nungs­grup­pe, die erst­mals im Janu­ar 2004 zu ihrer kon­sti­tu­ie­ren­den Sit­zung zusam­men­trat, spä­ter dann mit Auf­nah­me des gym­na­sia­len Schul­be­triebs im August 2004 als Mit­glied des ers­ten Leh­rer­kol­le­gi­ums unse­rer Schule. 

Nur er sowie StD´ Kati Ben­te waren die ein­zig Ver­blie­be­nen aus der „päd­ago­gi­schen Keim­zel­le“ unse­rer Lehr­an­stalt, die ihren Dienst bis­lang noch aktiv an unse­rer Schu­le ver­sa­hen, die sie sel­ber mit begrün­det und mit auf­ge­baut hat­ten — bis zum ver­gan­ge­nen Mon­tag, als der Obmann des Fach­be­reichs Sport, OStR Scze­po­nik, ein letz­tes Mal nach Ende der ach­ten Unter­richts­stun­de die Türen „sei­ner“ Sport­hal­le pflicht­schul­dig hin­ter sich verschloss.

Fast zwei Jahr­zehn­te hat sich der aus dem Kol­le­gi­ums- und Mit­ar­bei­ter­kreis sowie vor einer klei­nen Anzahl gela­de­ner Gäs­te ges­tern ver­ab­schie­de­te Mathe­ma­tik- und Sport­leh­rer am Aue-Geest-Gym­na­si­um auch um das gro­ßen orga­ni­sa­to­ri­schen Auf­wand erfor­dern­de Ver­fah­ren rund um die Lehr­buch­aus­lei­he — anfangs allei­ne, spä­ter dann gemein­sam mit StR´ Mei­ke Feindt — ver­ant­wort­lich gekümmert. 

Für die­sen Ein­satz, vor allem aber dem­je­ni­gen bei sei­ner enga­gier­ten, hoch pro­fes­sio­nel­len und schon lei­den­schaft­lich zu nen­nen­den Wahr­neh­mung sei­ner Auf­ga­ben als Fach­ob­mann Sport am AGG spra­chen ihm sowohl StD Chris­ti­an Son­dern als auch wei­te­re Red­ner in Wort- und Bild­bei­trä­gen ihren Dank aus: Unter sei­ner Lei­tung der Fach­schaft Sport habe der ehe­ma­li­ge Leicht­ath­let, Ball­sport­ler in jed­we­der Hin­sicht und pas­sio­nier­te Golf­spie­ler ent­schei­den­de Auf­bau- und Ent­wick­lungs­ar­beit für den Sport­un­ter­richt an unse­rem Gym­na­si­um geleis­tet, indem u.a. der Leis­tungs­sport­ge­dan­ke, regel­mä­ßi­ge Spie­le­tur­nie­re sowie Sport­kom­pakt­kur­se in der Ober­stu­fe im Schul­cur­ri­cu­lum eta­bliert wur­den und die Mög­lich­keit geschaf­fen wur­de, auch an unse­rem Gym­na­si­um im Fach Sport Abitur­prü­fun­gen (5. Prü­fungs­fach) absol­vie­ren zu können.

In den Rede­bei­trä­gen anläss­lich sei­ner Ver­ab­schie­dung wur­den auch sei­ne den Schüler:innen über Jahr­zehn­te stets zuge­wand­te und gelas­se­ne, aber durch­aus bestimmt auf­tre­ten­de Art bei der Aus­übung sei­ner päd­ago­gi­schen Tätig­keit in Unter­richts­si­tua­tio­nen, bei Sport­fes­ten und von ihm betreu­ten Wett­kämp­fen bzw. Wett­kampf­rei­sen her­vor­ge­ho­ben — und natür­lich auch die gemein­sa­men Erfolge!

Letzt­lich sei er am Ende sei­ner im gro­ßen Maße vom Sport gepräg­ten beruf­li­chen Lauf­bahn und nach Durch­ei­len einer lan­gen Stre­cke „auf­recht über die Ziel­li­nie“ gekom­men und nun­mehr nicht nach Erhalt einer Roten Kar­te „vom Platz“ geschickt wor­den, son­dern viel­mehr mit dem Wunsch aller, dass sich nach Ein­schät­zung sei­ner eige­nen „Lauf­leis­tung“ eine tie­fe inne­re Zufrie­den­heit mit sich selbst ein­stel­len und genau die­ser Zustand nach Ent­bin­dung von sei­ner Dienst­pflicht auch bei allem nun Kom­men­den anhal­ten möge — Uwe Scze­po­nik, ein Mensch (nun nicht mehr) an unse­rer Schule.

Fotos: Mara Loock (1) und Died­rich Hin­richs (8)