Aue-Geest-Gymnasium Harsefeld
Brakenweg 2, 21698 Harsefeld
04164-859950

Es bedurf­te allein vie­rer gro­ßer Rei­se­bus­se, um die Klas­sen­stu­fe 5 unse­res Gym­na­si­ums am ver­gan­ge­nen Frei­tag (11.05.2012) geschlos­sen an die Nord­see­küs­te nach Sah­len­burg zu beför­dern. Die Besich­ti­gung des UNESCO Welt­na­tur­er­be Wat­ten­meer-Infor­ma­ti­ons­zen­trums, das Mikro­sko­pie­ren vor Ort gesam­mel­ter Klein­le­be­we­sen und nicht zuletzt die fach­kun­di­ge Füh­rung durch die­sen ein­zig­ar­ti­gen Natur­raum, der bei­lei­be kei­ne unwirt­li­che „Schlick­wüs­te“ ist, war alle­mal eine Ent­de­ckungs­rei­se wert. Davon weiß auch Finn Mal­te Potreck (Klas­se 5 L) in sei­nen Aus­füh­run­gen über die erd­kund­li­che und bio­lo­gi­sche Exkur­si­on, die bei allen jun­gen Har­s­e­fel­der Expe­di­ti­ons­teil­neh­mern für noch mehr „Durch­blick im Schlick“ sorg­te, aus­führ­lich zu berich­ten. 

Nach­fol­gend Finn Mal­tes Aus­füh­run­gen:

“Nach einer knapp zwei­stün­di­gen Bus­an­rei­se erreich­ten die fünf Har­s­e­fel­der Klas­sen in Beglei­tung ihrer Leh­rer am Frei­tag­vor­mit­tag (11.05.2012) den Natio­nal­park Nie­der­säch­si­sches Wat­ten­meer in Cux­ha­ven-Sah­len­burg. Dort wur­den alle in das dor­ti­ge Wat­ten­meer-Besu­cher­zen­trum geführt, wo jun­ge Mit­ar­bei­ter der Ein­rich­tung die jewei­li­gen Klas­sen grup­pen­wei­se über die Aus­deh­nung des Wat­ten­mee­res, das sich von den Nie­der­lan­den bis an die Küs­te Däne­marks erstreckt, unter­rich­te­ten. Auf einer gro­ßen Kar­te zeig­ten sie den Schü­lern auch den Stand­ort Sah­len­burgs, von dem man gut die zu Ham­burg gehö­ren­de Insel Neu­werk sehen kann.

Das Watt selbst ist der natür­li­che Lebens­raum von zahl­rei­chen Tie­ren und Pflan­zen. An der Spit­ze der Nah­rungs­ket­te ste­hen Vögel, wie zum Bei­spiel der Knutt. Er ist ein typi­scher Zug­vo­gel, der auf sei­nem Zug­weg im Wat­ten­meer eine Pau­se ein­legt, weil er hier genü­gend Nah­rung fin­det. Der Knutt tankt dabei neue Ener­gie für sei­nen Wei­ter­flug in sei­ne nörd­li­chen Brut­ge­bie­te oder süd­li­chen Win­ter­quar­tie­re.

Außer­dem zeig­ten die Mit­ar­bei­ter­rin­nen des Natio­nal­parks den Schü­ler­grup­pen unter dem Mikro­skop Nahan­sich­ten von Klein­le­be­we­sen und Orga­nis­men, die im Watt leben. Die Ansich­ten und Bil­der wur­den auf eine gro­ße Lein­wand über­tra­gen und dadurch für alle sicht­bar gemacht.

Nach dem Mikro­sko­pie­ren gin­gen die Klas­sen in Beglei­tung einer erfah­re­nen Watt­füh­re­rin ins Watt. Sicher­lich das Inter­es­san­tes­te für alle an die­sem Tag war, über den mat­schi­gen Boden, das „Schlick­watt“, zu gehen und klei­ne Tie­re auf­zu­spü­ren und zu unter­su­chen. Die Watt­füh­re­rin für die Klas­se 5 L bud­del­te zum Bei­spiel Watt­wür­mer, Röh­ren­wür­mer oder Herz­mu­scheln aus und zeig­te die­se eben­so wie Mies­mu­scheln und Aus­tern, die auf der Watt­ober­flä­che sie­deln, in der Run­de. Bei einer Strand­krab­be soll­ten wir zudem erken­nen, ob es sich um ein männ­li­ches oder weib­li­ches Tier han­delt. Ein klei­ner Tipp: Das Kenn­zei­chen zur Unter­schei­dung ist ein unter­schied­li­ches Drei­eck auf dem Rücken­pan­zer.

Nach­dem alle Klas­sen ihren Watt­spa­zier­gang been­det und auf ihrer Ent­de­ckungs­tour viel Wis­sens­wer­tes über die­sen Lebens­raum erfah­ren hat­ten, zum Teil fast aber auch tief im Schlick­watt ste­cken geblie­ben waren, muss­ten sich vie­le unter lau­fen­den Was­ser­häh­nen nicht nur die Füße vom grau­brau­nen Schlick säu­bern. So brauch­ten sich dann auch die Bus­fah­rer kei­ne Sor­gen um die Rein­hal­tung ihrer Bus­se zu machen und konn­ten sich auf den siche­ren Rück­trans­port der jun­gen Har­s­e­fel­der Gym­na­si­as­ten und ihrer Beglei­ter kon­zen­trie­ren.”

Geschrie­ben von: Finn Mal­te Potreck (Klas­se 5 L)

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Fotos: D. Hin­richs