Aue-Geest-Gymnasium Harsefeld
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Nahe­zu alle tech­ni­schen Regis­ter hat das sechs­köp­fi­ge Team „Wi vom Dörp“ gezo­gen, um sich nach dem groß­ar­ti­gen Vor­jah­res­er­folg im Wett­be­werb „For­mel 1 in der Schu­le“ wie­der für das Bun­des­fi­na­le zu qua­li­fi­zie­ren: In die­sem Jahr star­ten die Ahler­sted­ter Neunt­kläss­ler mit ihrem am Com­pu­ter ent­wi­ckel­ten, mit Hil­fe eines 3‑D-Dru­ckers gefer­tig­ten und im Wind­ka­nal getes­te­ten Minia­tur-Renn­wa­gen erst­mals als Senio­ren­team im Nord­me­tall Cup und wer­den sich am Wochen­en­de bei den in Wolfs­burg aus­ge­tra­ge­nen Lan­des­meis­ter­schaf­ten (09.03. bis 11.03.2018) gegen noch stär­ke­re Kon­kur­renz behaup­ten müs­sen, wenn sie sieg­reich „von der Renn­pis­te“ gehen wol­len.

Seit ver­gan­ge­nem Sep­tem­ber haben die Mit­glie­der des For­mel-1-Teams „MINT vom Dorf“, Cas­si­an, Dei­ke, Pau­la, Til-Hen­rik, Till­mann und Titus sowie ihr Men­tor Gerd Iff­land (Lei­ter des MINT-Zen­trums an der Ober­schu­le Ahler­stedt), an der Wei­ter­ent­wick­lung ihres „Erfolgs­mo­dells“ aus dem letz­ten Jahr gear­bei­tet, um über das Zwi­schen­ziel, Ver­tei­di­gung der Lan­des­meis­ter­schaft, die Start­be­rech­ti­gung für die Deut­schen Meis­ter­schaf­ten zu erlan­gen.

Mit­te Febru­ar erhiel­ten sie dabei pro­fes­sio­nel­le Unter­stüt­zung der Mari­ne Motor Ser­vice GmbH (Wen­zen­dorf): Im werks­ei­ge­nen Wind­ka­nal des Die­sel­mo­tor-Tei­le­bau­ers konn­ten die Schü­le­rin­nen und Schü­ler ein ver­grö­ßer­tes Modell ihres neu ent­wi­ckel­ten Renn­wa­gens, der den Namen „Evo­lu­ti­on“ trägt, tes­ten und des­sen aero­dy­na­mi­sches Ver­hal­ten genau beob­ach­ten. Für letz­te Opti­mie­run­gen blieb jedoch nicht viel Zeit, denn schon heu­te mach­ten sich unse­re Neunt­kläss­ler auf den Weg in die Auto­stadt, beglei­tet von zwei wei­te­ren Juni­or­teams mit Schü­le­rin­nen und Schü­lern der Ober­schu­le Ahler­stedt und des AGG Har­s­e­feld.

Die Ver­öf­fent­li­chung des fol­gen­den Berichts „Klei­ne Flit­zer gehen in der Auto­stadt an den Start“ aus dem TAGEBLATT vom 9.03.2018 erfolgt mit freund­li­cher Geneh­mi­gung des Autors Dani­el Bene­ke.

Teams der Schu­le am Aue­tal und des Aue-Geest-Gym­na­si­ums bre­chen zum Lan­des­ent­scheid des Wett­be­werbs „For­mel 1 in der Schu­le“ in die Auto­stadt nach Wolfs­burg auf. Am Wochen­en­de tre­ten sie mit ihren selbst ent­wi­ckel­ten und gebau­ten Renn­wa­gen an.

Am Frei­tag­nach­mit­tag wer­den die Jugend­li­chen ihren Stand auf­bau­en, an dem sie ihre klei­nen Flit­zer und die Ent­wick­lungs­ar­beit prä­sen­tie­ren. Auf zwei gro­ßen Moni­to­ren wer­den Videobei­trä­ge über das Pro­jekt zu sehen sein. Der Wett­be­werb fin­det am Sonn­abend statt. Die Autos wer­den vor­her gewo­gen und ver­mes­sen. Die ein­zu­hal­ten­den Regu­la­ri­en sind streng. Nicht nur die Schnel­lig­keit auf der Renn­bahn ist ent­schei­dend. Die Schü­ler hal­ten vor einer Jury einen acht­mi­nü­ti­gen Vor­trag und haben ein Port­fo­lio erstellt, in dem die ein­zel­nen Schrit­te von der Idee bis zur End­fer­ti­gung gezeigt wer­den.

Ober­schu­le und Gym­na­si­um stel­len drei Teams. Die Grup­pe „MINT vom Dorf“ – die Abkür­zung steht für die Fächer Mathe­ma­tik, Infor­ma­tik, Natur­wis­sen­schaft und Tech­nik“ – ist zum drit­ten Mal dabei und tritt in der Senior­wer­tung an. Erst­mals an den Start gehen die Juni­or­teams „Jam2race“ und „Mach2“.

„Ein biss­chen stres­sig“ sei das schon“, sagt Neunt­kläss­le­rin Pau­la Iff­land (15). „Aber wir freu­en uns, dass es end­lich los­geht.“ Die Auf­re­gung steigt. Nur mit Hand­schu­hen fasst sie die frisch lackier­ten Flit­zer an. Pau­la Iff­land gehört zu den Jugend­li­chen, die zum drit­ten Mal an dem Wett­be­werb der Nord­me­tall-Stif­tung teil­neh­men. „Wir ler­nen immer noch etwas dazu – zum Bei­spiel, exak­ter zu pla­nen“, sagt sie. Um noch erfolg­rei­cher zu sein, hat ihre Grup­pe einen Mess­wa­gen ent­wi­ckelt – ein wei­te­rer Renn­wa­gen, der mit drei Licht­schran­ken an Hin­ter­ach­se, Vor­der­ach­se und Boden aus­ge­stat­tet ist. Die Dia­gram­me, etwa zum Beschleu­ni­gungs­ver­hal­ten, hel­fen bei der Kon­struk­ti­on.

„Das ist für uns ein Rie­sen­pro­jekt“, sagt Leh­rer Gerd Iff­land von der Schu­le am Aue­tal. Seit Juni tüf­teln die Grup­pen an ihren Renn­wa­gen im Minia­tur­for­mat. „Die Schü­ler neh­men dabei unheim­lich viel mit“, sagt der Päd­ago­ge. „Sie ler­nen, dass sie nur im Team stark sind.“ Die Com­pu­ter­kom­pe­tenz sowie lang­fris­ti­ges und selbst­stän­di­ges Arbei­ten und das freie Spre­chen wür­den geschult.

Die Fahr­zeu­ge kon­stru­ie­ren die Jugend­li­chen zunächst vir­tu­ell. Sie ent­wi­ckeln das Auto am Lap­top mit­hil­fe spe­zi­el­ler Soft­ware. Es soll mög­lichst aero­dy­na­misch sein, also einen gerin­gen Luft­wi­der­stand auf­wei­sen. Nach den auf die­se Wei­se ermit­tel­ten Maßen wird der klei­ne Flit­zer gefräst und lackiert. Als Roh­stoff dient ein leich­ter und den­noch sta­bi­ler Kunst­stoff. Um die 60 Gramm wiegt ein Fahr­zeug. Für den Antrieb wird eine Gas­kar­tu­sche ver­wen­det, die in einem Rohr am Renn­au­to mon­tiert wird.

Mit der Start­num­mer 15 gehen die Nach­wuchs­for­scher von der Geest am Sonn­abend in Wolfs­burg ins Ren­nen. Sie wis­sen nicht, wie stark die Kon­kur­renz ist. Aber sie hof­fen, dass sich ihre Mühen gelohnt haben und sie wie­der ins Bun­des­fi­na­le ein­zie­hen, das dies­mal beim Kugel­la­ger­her­stel­ler ZF in Fried­richs­ha­fen statt­fin­det.

Fotos: TAGEBLATT / Dani­el Bene­ke